Warum muss man eine Datenschutzerklärung machen?

Die naheliegende Antwort: Weil es im Gesetz steht, nämlich in § 13 Telemediengesetz (TMG). Eine Website ist ein Telemediendienst. Wer sie betreibt, muss seine Nutzer darüber informieren, welche Daten er erhebt. Sonst drohen Bußgelder oder Abmahnungen von Konkurrenten.

Das Gesetz legt dem Websitebetreiber diese lästige Pflicht auf, weil für Nutzer schnell ziemlich unübersichtlich werden kann, wer durch einen simplen Besuch auf einer Website alles an seine Daten gelangen kann. Obwohl die Datenschutzerklärung „in einfacher und verständlicher Form“ verfasst sein soll, darf getrost bezweifelt werden, ob durch sie jeder Surfer zu dem informierten Verbraucher werden kann, der dem Gesetzgeber vorschwebt. Denn dazu sind die meisten Datenschutzerklärungen viel zu umfangreich. Das wiederum liegt daran, dass jemand, der seine Website professionell betreibt und damit Profit machen will, im Regelfall eine ganze Menge Tools benutzt, die Daten übertragen. Davon muss der Websitebetreiber selbst nicht mal etwas mitbekommen.

Zu diesen Tools gehören insbesondere

  • Statistik- und Analyseprogramme wie Google Analytics oder WordPress Stats, mit denen man herausfinden kann, wofür sich Leser besonders interessieren
  • Programme, die Anzeigen einspielen, zum Beispiel Google Adsense oder Affiliate-Programme. Auch sie versuchen herauszufinden, wofür Nutzer sich besonders interessieren, um ihnen dann passgenaue Werbung einzuspielen.
  • Social-Media-Buttons (etwa der „Like-Button“ von Facebook).

Deshalb hören sich die Datenschutzerklärungen vieler Seiten auch so ähnlich an. Viele nutzen Textbausteine (manche mehr, manche weniger korrekt), weil alle denken, dass den Text außer böswilligen Konkurrenten oder deren Anwälten eh niemand liest. Und damit haben sie vermutlich nicht mal unrecht.

Eine Datenschutzerklärung hat übrigens allenfalls indirekt mit der Einwilligung in die Datenverarbeitung zu tun. Allein durch Lesen willigt man rechtlich gesehen in gar nichts ein. Wer sich irgendwo als Nutzer registriert, muss deshalb meistens durch einen Klick bestätigen, dass er gegen die Verarbeitung seiner Daten keine Einwände hat. Die meisten Portale verweisen hier dann auf die Datenschutzerklärung.

post

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s